Archiv der Kategorie 'das dorf stinkt nach dorf'

Feindbildpflegepersonal

vllt. sollte ich auch mehr davon drinken, vllt. klappt mir dann die metarmorphose vom dummbrotantideutschen zum gegenstandpunktler so gut wie kaputt oder aftershow…

Meint schildkroete im Blog von diffi zum Thema Bionade. Na denn Prost oder besser Le Chaim.

PS: Das Abo ist natürlich schon bestellt.

Es geht umsganze!

Das Bündnis zur argumentativen Rechfertigung von Krawalltourismus hat neuen Zuwachs!

In den Straßen von Berlin stinkt’s nach Schweiß und nach Urin


Erst der NPD Zwergenspot und jetzt das, es ist schon erstaunlich wie konsequent sich Nazis bei youtube lächerlich machen. Ich werde dann mal wohl zu dauermonotonen Bässen und mit Modedrogen Deutschlands hoffentlich baldigen Untergang abfeiern gehen.

„jugendtypische Verfehlung“

Wer kennt das nicht: Es ist Sommer, ein nettes Fest im Dorf, man ist jung und möchte ein paar Ausländer klatschen. Zumindest laut dem ersten Urteil gegen einen der Volksmobpartizipienten von Mügeln ist genau das eine „jugendtypische Verfehlung“. Auch wenn es gerade in Ostdeutschland Alltag ist, dass Horst und Karl ihrem Hass auf alles undeutsche körperlich Ausdruck verleihen, ist doch gerade der Fall Mügeln ein guter Beweis dafür, dass es eben keines jugendlichen Überschwangs bedarf um sich der volksgemeinschaftlichen Hetzjagd anzuschließen. „Da waren am Ende alle dabei, von jung bis alt, vom Punk bis zum Skinhead“ berichtete bereits am Tag nach den Übergriffen ein Zeuge. Dass genau diese Feststellung von Medien und nun auch vom Gericht konsequent ignoriert wird macht den Fall zum besten Beispiel deutschen Umgangs mit rassistischen Attacken.

Deutschland einig Karneval

Der 3. Oktober, frei ist sowieso, also warum nicht ins Hinterland fahren um Nazidemos zu… ja was eigentlich? Die antifaschistische Dreifaltigkeit? Stören, Blockieren, Verhindern? Was soll diese dämliche Parole? Realitätsferner geht es ja wohl kaum, auch wenn so einige Dorfautonome das sicher nicht einsehen wollen, eine ernsthafte Chance Nazidemos zu verhindern hat man, wenn überhaupt noch, in Großstädten. Also was dann? Pseudoaktivismus trifft es wohl ganz gut. Den schwarzen Kapu an und dann den halben Tag durch die Gegend rennen, über ein paar Zäune drüber, rumstehen und nicht wissen wie man reagieren soll, wenn dann doch mal was passiert, sich am Ende von der Polizei verprügeln lassen, aber dann sagen können, man hat es ja versucht. Man war da, man hat was gemacht.
Und wenns nicht geklappt hat, dann waren halt die Bürger dran Schuld.
Als ob irgendjemand mit auch nur einem Funken Restvernunft daran glauben würde, dass ausgerechnet deutsche Provinzler sich bei Nazidemos um mehr sorgen als den Ruf ihrer Stadt, wenn sie denn überhaupt Sorgen haben.
Auch am 3. Oktober war und ist das so, und mit Sicherheit wird es auch so bleiben. Aber letzten Mittwoch war es mit trotzdem gegönnt den absoluten Höhepunkt bürgerlichen Anti-Nazi Engagments zu beobachten.

Aufgestellt als ob gleich ein Fastnachtsumzug um die Ecke ziehen würde warteten die Einwohner Germersheims auf ihrem Marktplatz, die bunten Ballons in der Hand, das „Helau“ auf den Lippen. Pardon, „Nazi raus“ natürlich. Auch wenn eben jener Spruch weniger angebracht ist als der Kampfschrei betrunkener Karnevalstouristen die sich um 10 Morgens schon soviel Klaren reingekippt haben, dass sie auf dem Umzug die „Themenwagen“ die die Politik von „denen da oben“ gegen „den kleinen Man(n?)“ beklagen kaum noch erkennen.
Denn das Szenario ähnelt dem deutschen Feiertag schlechthin doch mehr als irgendeiner Form von Protest. Die Dorfautonomen werden von einer BFE Einheit durch die Straße geprügelt, statt Konfetti und Bonbons gibt es Tonfas und CS Gas, die Menge applaudiert. Ob aus Begeisterung über den Blockadeversuch der Autonomen oder über deren gewaltsame Entfernung ist nicht ganz klar. Schließlich die Hauptattraktion: 150 bekennende Nazis, zwei Trommler, hässliche Frisuren.
Bleibt nur noch die Frage wer der „Narr“ ist, der Nazi, der den 3. Oktober nicht feiern will, weil er meint, dass Deutschland noch nicht wiedervereinigt ist, oder der Nazi der sich auf dem Dorfplatz stehend mit dem Peacelogo auf dem Schild einredet er wäre keiner.

Ohne eine Antwort auf diese Frage zu geben gehen am Ende des Tages doch alle Beteiligten glücklich und zufrieden nach Hause, die Nazis weil sie demonstrieren konnten, die Deutschen weil sie für sich beanspruchen können keine Nazis zu sein, und die Dorfautonomen weil weil sie es mal wieder versucht haben. Fastnacht ist doch nicht nur einmal im Jahr.